Den Horizont erweitern kann man auch unter Tage

Vereinsfahrt der Rathenower Segelsportler

 

Ende Februar findet traditionell die Winterfahrt der Segelsportler vom Rathenower Wassersportverein Segeln 1922 e.V. statt. In diesem Jahr führte der Ausflug nach Sonderhausen in das Bundesland Thüringen. Für die gut 250 Kilometer lange Wegstrecke wurde das Busunternehmen Erdmanns Reisedient auserwählt, welche die 28 Teilnehmer bei herrlichem Sonnenschein in Rathenow abholte und sicher in das Jugendgästehaus Juventas brachte. Im Thüringer Hof wurde gut zu Abend gegessen und alle freuten sich auf den kommenden Tag. Nach einem zeitigen Frühstück führte der erste Besichtigungstermin in das Erlebnisbergwek „Glück Auf“. Mit Helm und Kittel ging es einheitlich bekleidet zur Besichtigung der Fördermaschine und anschließend zur Abfahrt unter Tage. Die gut dreiminütige Fahrt im Förderkorb bei völliger Dunkelheit bot einen spannenden Auftakt. Eine sehr interessante Führung in einer Tiefe von 700 bis 1050 m unter der Stadt Sonderhause begeisterte die Wassersportler. Auf der Ladefläche eines LKW wurden rasant meherer Stationen im Berwerk angefahren. Von einer romantischen Fahrt im Spreewaldkahn auf einen unterirdischen Salzsee über die Besichtigung des Konzertsaales bis zu einer mutige Rutschfahrt auf einem so genannten "Arschleder" bietet das Bergwerk ein vielseitiges Erlebnisprogramm. Letzeres probierten einige mutige Segler selbst aus und rutschten die 52 Meter lange Salzrutsche mit 40° Gefälle durch das Bergwerk. Angetan von so viel interessanten Erlebnissen wurde spontan am Panoramamuseum in Bad Frankenhausen Halt gemacht und die Austellung zur Deutschen Geschichte besucht. Am frühen Abend wartete die Brauerei-Manufaktur Wippra auf uns. Die Bierbrauerin des Unternehmens führte uns durch die kleine, aber sehr urige Brauerei mitten im Harz und erklärte viel wissenswertes zur deutschen Braukunst. Von dieser Kunst muss sich bekanntlich selbst überzeugt werden und so leerten wir etliche Liter der verschiedensten Biersorten und nur die Besten schaffen es in die Einkaufskörbe. Viel Überzeugungsarbeit war nun nötig, um alle Teilnehmer zur Weiterfahrt nach Sanderhausen zu übereden, wo wir zum Abendessen in den Ratskeller einkehrten.

Am nächsten Morgen erwartete uns die kokette Hofdame des König Barbarossa an der Kyffhäuser-Burg, dem größten Denkmal Thüringens. Das Kyffhäusergebirge, südlich des Harzes gelegen, beeindruckt mit seiner geologischen und botanischen Vielfalt und durch seine kulturhistorischen Bauten, von denen heute noch sehenswerte Ruinen und die tiefste Burgbrunnen der Welt erhalten geblieben sind. Mit viel Witz und Charme fühte uns die schlagfertige Hofdame durch die imposante Anlage. Was darf man in Thüringen auf keinen Fall vergessen? Richtig, der Verzehr einer original Thüringer Bratwurst. Da uns das in Thüringen nicht gelungen ist, hat uns der Busfahrer schnell noch zum Hexentanzplatz gebracht, wo wir bei einem Zwischenstopp auf der Heimreise eine leckere Wurst verzehren konnten. Für die wunderbare Betreuung möchten wir unserem Busfahrer Dirk herzlich danken. Einen ganz besonderen Dank möchten alle Teilnehmer Heiko Mertin, unserem Obmann für Kultur und Geselligkeit aussprechen, der auch in diesem Jahr wieder mit viel Engagement eine wunderbare Vereinsfahrt organisiert hat, die uns aufgrund der vielen schönen Eindrücke noch lange im Gedächtnis sein wird. Die Winterpause der Segler wird an diesem Samstag durch ein weiteres Erlebnis verkürzt. Dann heißt es wieder Tanzschuhe auspacken, um einen schwungvollen Abend auf dem traditionellen Seglerball der Wassersportler im Schwedendamm zu verleben.


Heiko Mertin/ Stefanie Hinneburg